„Es war alles ganz anders“

Vicki Baum, ca. um 1930

Trivialliteratur, gehobene Unterhaltungsliteratur oder ein intermedialer Geniestreich – an Vicki Baums Romanen scheiden sich die Geister. Ihr größter Erfolg schaffte es sogar auf die Leinwand Hollywoods. Und doch wird Vicki Baum in der Forschung trotz ihrer Karriere bis heute gekonnt ignoriert. Die wenigen, die sich dennoch mit ihr beschäftigen, zeigen auf: Nicht nur in ihren Romanen geht es trubelig und temporeich zu. Vicki Baum lebte für eine Weile das Leben, das sich so viele weibliche Angestellte in der Weimarer Republik wünschten und war damit ein Paradebeispiel der Neuen Frau. Heute wäre sie 135 Jahre alt geworden – und hätte sicherlich groß gefeiert.

von REEMDA HAHN 

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Herr Theodor Fontane aus der Fontane-Stadt

Theodor Fontane – Gemälde von Carl Breitbach, 1883

Kaum ein deutscher Schriftsteller wird mehr mit dem poetischen Realismus in Verbindung gebracht als er: Theodor Fontane. Mit zahlreichen Gedichten, Erzählungen oder Fortsetzungsromanen entführt Fontane auch jetzt noch begeisterte Leser und Leserinnen aus ihrem Alltag. Heute wäre der Schriftsteller 203 Jahre alt geworden – ein guter Grund, um sich ihn und seine Texte näher anzusehen.

von VIKTORIA GORETZKI 

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In der Gewalt liegt die Schönheit

Yukio Mishima (1925-1970), ca. 1956

Heute vor 72 Jahren beging der japanische Autor Yukio Mishima rituellen Selbstmord, nachdem ein halbherzig von ihm geplanter Putsch gegen die japanische Regierung gescheitert war. Ein literarischer Superstar seiner Zeit, aber auch ein nationalistisch-militaristischer Aktivist, der sich seine eigene rechte Privatmiliz zusammenstellte – Mishima gehört sicherlich zu den schillernderen Figuren des literarischen 20. Jahrhunderts. Ein Porträt allein kann den Wahnsinn der Figur Yukio Mishima sicherlich nicht einfangen. Hier also stattdessen der Versuch einer Annäherung.

von CARO KAISER

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„Unser Leben ist wie eine Reise; wir lassen uns nieder und meinen, unser Haus stünde ewig“

Annemarie Schwarzenbach (1908-1942) ca. 1938

Die Schweizer Journalistin, Reiseschriftstellerin und Fotografin Annemarie Schwarzenbach begeht heute, am 15. November 2022, ihren 80. Todestag. Ihr Leben gleicht einer Reise: „Im gewöhnlichen Leben scheint natürlich alles fester und nicht vorübergehend; das Bewusstsein des ‚Episodenhaften‘ verliert sich, man glaubt leichter, dass jeder Tag zu einer Zukunft beitrage, und man vergisst, dass diese Zukunft eines Tages oder Nachts ihr unwiderrufliches Ende hat.“ Sie flüchtet gewissermaßen aus ihrem Elternhaus, beschreibt ferne Länder für andere Menschen, führt ein nomadisches Leben und hinterlässt ein großes Œuvre prosaischer wie lyrischer Texte sowie Fotografien, die nur zum Teil zu Lebzeiten Schwarzenbachs in Buchform sowie in Zeitungen und Zeitschriften erschienen sind.

von JANA SCHRÄDER-GRAU

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Ein Stück Kindheit

Astrid Lindgren (1907-2002), ca. 1960

Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraimstochter Langstrumpf lautet der volle Name der Heldin aus Astrid Lindgrens Schreibfeder. Um die Autorin der starken und frechen Pippi soll es heute zu ihrem 115. Geburtstag gehen. Und darum, was ihre kranke Tochter und ein verstauchter Fuß mit der Entstehungsgeschichte rund um Pippis Abenteuer zu tun haben.

von CELINA FARKEN

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Das Bildnis des Oscar Wilde

Oscar Wilde (1854–1900) circa 1882

Aus seiner Feder stammen unzählige Texte, wie der Roman Das Bildnis des Dorian Gray: Oscar Wilde galt als angesehener Schriftsteller im 19. Jahrhundert und bietet mit seinen Werken auch gegenwärtig noch viel lesenswerten Stoff. Heute am 16. Oktober wäre er 168 Jahre alt geworden – ein guter Grund, um an sein Leben zu erinnern.

von VIKTORIA GORETZKI

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„I became insane, with long intervals of horrible sanity.“

Edgar Allan Poe (18091849) wenige Monate vor seinem Tod

Das titelgebende Zitat stammt aus der Feder Edgar Allan Poes, den heute vor 173 Jahren ein noch immer ungeklärter Tod ereilte. Das Ende des Autors von Geschichten wie The Fall of the House of Usher ist ebenso mysteriös wie das Schicksal und die geistige Verfassung vieler seiner Erzählfiguren. In seinem Werk spielen Wahnsinn und die Psyche eine große Rolle, die Leser*innen werden regelmäßig mit Übernatürlichem, Mord und (vermeintlicher?) Auferstehung konfrontiert. Doch warum setzt sich Poe vorwiegend mit diesen Themen auseinander? Im heutigen Porträt wollen wir gemeinsam einen Blick auf das Leben dieses trotz seiner psychischen Instabilität erstaunlich produktiven Schriftstellers werfen.

von AIVE JÜRGENS

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Don Quijote liest Don Quijote

Miguel de Cervantes (1547–1616) in einem Stich von Geroge Vertue aus dem Jahr 1742

Am 29. September 1547 erblickt Miguel de Cervantes das Licht der Welt. In den Jahren 1605 und 1615 entspringen seiner Feder zwei Bücher, die bis heute Leser um den gesamten Globus begeistern. In ihnen schwingt sich der Büchernarr im wohl ureigensten Wortsinn Don Quijote dazu auf, den Helden seiner Ammenmärchen nachzueifern. Dabei stößt er auch auf ein Buch, das von ihm selbst erzählt. Dieses spannende Zeugnis von Metaliteratur stellen wir heute ins Rampenlicht.

von THOMAS STÖCK

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Linke Politik und Eugenik um 1900

H. G. Wells (18661946) um 1890; Fotograf: Frederick Hollyer

Der Traum von einer genetisch perfektionierten Menschheit ist ein (pseudo-)
wissenschaftliches Modethema um die Jahrhundertwende. Quer durch das politische Spektrum hinweg denkt man dabei gern in Extremen. Besonders die Eugenik mausert sich in diesen Jahren zu der Paradedisziplin für die vermeintliche Verbesserung der Menschheit – zu Ungunsten von Mitmenschen, die als nicht lebenswert erachten werden. Ein Warnruf anhand des Geburtstagskinds H. G. Wells, der der Eugenik selbst ambivalent gegenüberstand.

von THOMAS STÖCK

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Agatha Christie, Queen of Crime

Agatha Christie (1890–1976); Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en

Sie gilt als die meistgelesene und -verlegte Schriftstellerin aller Zeiten, übertroffen wird sie nur von der Bibel und William Shakespeare – Grund genug, über Agatha Christie zu sprechen. Doch nicht nur ihr Werk, auch ihre Biografie ist einen Blick wert. Denn die ist für eine Frau, die im späten 19. Jahrhundert auf die Welt kam, mindestens als ungewöhnlich zu bezeichnen. Ihren Beinamen Queen of Crime verdankt sie den insgesamt 66 Kriminalromanen, die sie im Laufe ihres Lebens verfasst hat. Doch Christie konnte nicht nur Krimi – sie veröffentlichte auch zahlreiche Kurzgeschichten und Theaterstücke.

von REEMDA HAHN 

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